Vive la France – gesprengt wird später

 © polyband

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Rezension

Kennen Sie Taboulistan, das Ursprungsland des Taboulés? Nein? Ein kleiner Trost, der Rest der Welt ergeht es ebenso wie Ihnen. Das will der langjährige Diktator nun ändern. Die nötige PR dafür soll aus zwei Selbstmordattentäter bestehen und einem Anschlag gegen die Grande Nation. Pech nur, dass die Reise bis nach Paris nicht so läuft, wie geplant. Die Auserwählten, Muzafar und Feruz, landen in Korsika, statt mit dem Flugzeug den Eiffelturm zum Einstürzen zu bringen. Von da an beginnt eine Reise durch Frankreich und eine Reise auf der Suche nach sich selbst.

 Der Film quillt vor Klischees förmlich über. Mal lösen sie Kopfschütteln aus, mal Schmunzeln. Meistens sind sie für den Zuschauer jedoch vorhersehbar. Brutalo-Fremdschäm-Humor à la Borat weicht selten den leisen Tönen. Wenn diese dann aber gespielt werden, bekommt der Film eine Leichtigkeit, unterstützt durch die wunderschöne Landschaft Frankreichs. Nicht nur Franzosen werden hemmungslos veralbert und auch ich fand bestimmte eigene Erfahrungen mit dem Völkchen in dem Film wieder. Seine große Stärke ist, dass Muzafar und Feruz in ihrer unbedarften Art jeden auf die Schippe nehmen. Durch ihre liebenswerte Naivität sieht man die Welt durch ihre Augen.

 Sehenswert sind die beiden Hauptdarsteller José Garcia und Michaël Youn allemal. Auch die Synchronisation der beiden ist gut besetzt. Sie werden von Serdar Somuncu und Kaya Yanar übernommen, die den tamboulistanischen Akzent herrlich herüberbringen. Ansonsten kann man in den Film reingehen, wenn man Unterhaltung mit etwas Tiefgang mag und offen für schöne Landschaftsbilder ist. Abstruse Story mit gewöhnungsbedürftigem Witz und überraschendem Ende.

Maria Kunzke

Trailer

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