Die Top 5 der französischen Roadmovies – Blogger Special zu Unterwegs mit Jaqueline

In der nächsten Woche startet in den deutschen Kinos ein ungewöhnliches Roadmovie. In UNTERWEGS MIT JAQUELINE macht sich der algerische Bauer Fatah aus einem kleinen Heimatdorf mit seiner Kuh Jaqueline auf den Weg, um sich seinen großen Traum zu erfüllen: Die Landwirtschaftsausstellung in der französischen Hauptstadt. Den 750km langen Weg von Südfrankreich nach Paris werden die beiden zu Fuß gehen müssen…

Zum Kinostart von UNTERWEGS MIT JAQUELINE gibt es ein BLOGGER SPECIAL, an dem nicht nur wir uns beteiligen, sondern auch die absolut empfehlenswerten Blogs FILMFRASS und FILMAFFE.DE, die jeweils andere Aspekte des Films beleuchten.

 

Zu Fuß durch Frankreich – da denkt man zuerst an eine Pilgerreise. Erinnern wir uns an SAINT JAQUES … PILGERN AUF FRANZÖSISCH, wo sich eine skurrile Pilgergruppe aufmacht, um von Le Puy-en-Velay auf dem Jakobsweg zu wandern. Ganz anders hingegen die dramatische Geschichte der freiheitsliebenden Vagabundin Mona, die in VOGELFREI durch das winterliche Midi wandert. Zumeist sind die Protagonisten von Roadmovies jedoch nicht zu Fuß unterwegs. In Godards legendärem ELF UHR NACHTS sind Ferdinand und Marianne in geklauten Autos quer durch Frankreich auf der Flucht vor der Polizei. Auch DIE AUSGEBUFFTEN begeben sich per Auto auf ihre Reise, auf der sie den Sohn einer Toten ausfindig machen wollen. In WESTERN machen sich ebenfalls Zwei auf eine große Suche – nach der Liebe – in diesem Fall ein spanischer Schuhverkäufer und ein russischer Anhalter. Ihre “Jagd” führt sie durch die ländlichen Gebiete Frankreichs. Zuletzt sei noch an den Schlachthofarbeiter MAMMUTH erinnert, der auf seinem Motorrad in die eigene Vergangenheit reist. Mehr Informationen zu diesen Filmen stehen in unserer TOP 5 der französischen Roadmovies am Ende dieses Artikels.

Marseille – Paris

Le Puy-en-Velay, der Ausgangspunkt von SAINT JAQUES, könnte sich durchaus auch auf der Route von Fatah und Jaqueline befinden, deren genaue Strecke im Unklaren bleibt, bis auf den Start-und Zielpunkt ihrer Reise. So ist Marseille die erste Etappe, hier kommen die Fähren aus Nordafrika an und hier lebt auch Fatahs ungeliebter Schwager Hassan. Der Besuch bei Hassan in einem Marseiller Banlieue endet im Streit und so macht sie Fatah ohne Hilfe auf den langen Weg.

© Alamode Film

Fatah und Jaqueline in Marseille © Alamode Film

Es ist vor allem eine Reise durch das ländliche Frankreich, die Provinz, die ganz aktuell durch die ausufernde TV-Übertragung der TOUR DE FRANCE eine prominente Rolle im deutschen Fernsehen einnimmt. Fatah ist zwar als Bauer mit dem Leben auf dem Land vertraut, Frankreich jedoch ist für ihn etwas ganz anderes! Mit großer Offenheit und Neugierde tritt er den Menschen, denen er begegnet, gegenüber. So findet er auf einer seiner ersten Stationen Unterschlupf bei einer Landwirtin, die Chefin eines Betriebes mit Hunderten von Milchkühen ist und der er am nächsten Morgen bereitwillig bei der Stallarbeit hilft. Bei einem dörflichen Volksfest lernt er einen Zauberer und seine Assistentinnen kennen und trinkt (versehtlich!) zum ersten mal Alkohol, was ihn noch in ungeahnte  Schwierigkeiten bringen wird… Später trifft er auf den verarmten und depressiven Landadligen Philippe, gerät in militante Bauernproteste und muss seine Kuh vor dem Schlachthof sowie seine Ehe vor dem Zerbrechen retten…

Fatah und Jaqueline beim Abendessen © Alamode Film

Fatah und Jaqueline beim Abendessen
© Alamode Film

Doch seine Offenheit und sein Humor helfen ihm, überall Unterstützung zu finden und so, das kann man dieser Stelle durchaus verraten, gelangt er schließlich auch am Ziel seiner Träume, in Paris an.

Philippe, Hassan, Jaqueline und Fatha in Paris. © Alamode Film

Philippe, Hassan, Jaqueline und Fatha in Paris.
© Alamode Film

Top 5 der französischen Roadmovies

5. Platz: MAMMUTH

von Benoît Delépine und Gustave Kervern aus dem Jahr 2010 mit Gérard Depardieu, Yolande Moreau und Isabelle Adjani in den Hauptrollen.
Tage vor seinem wohlverdienten Ruhestand nach einem langen Arbeitsleben entdeckt ein 60-jähriger Schlachthofarbeiter, dass sein früherer Arbeitgeber einst vergessen hatte, ihn steuerlich anzumelden, weshalb entscheidende Dokumente fehlen. Von seiner Frau wird er gedrängt, die nötigen Papiere zu beschaffen. Also verlässt er das traute Heim und begibt sich auf seinem alten Mammut-Motorrad auf Reisen – und wird mit seinem gesamten Leben konfrontiert. Er trifft Freunde, Kollegen, Familienmitglieder. Und er erinnert sich an seine erste Liebe.

4. Platz: WESTERN
von Manuel Poirier aus dem Jahr 1997 mit Sergi López und Sacha Bourdo in den Hauptrollen.
Paco, spanischer Schuhvertreter, der leichtes Spiel bei den Frauen hat, nimmt den abgerissenen Anhalter Nino mit, einen schüchternen russischen Immigranten. Zum Dank klaut der ihm sein Auto. Als sich Paco und Nino wiedertreffen, gibt es eine heftige Prügelei, bevor die beiden sich anfreunden und vereint auf die Suche nach Liebe machen.

3. Platz: VOGELFREI (Sans toit ni loi)
von Agnès Varda aus dem Jahr 1985 mit Sandrine Bonnaire in der Hauptrolle.
Eine junge Frau wird an einem Wintermorgen tot in einem Straßengraben aufgefunden. Wer ist sie? Verschiedene Menschen legen Zeugnis ab. So setzt sich in filmischen Rückblicken Stück für Stück die Geschichte von Monas Vagabundenleben zusammen.

2. Platz: DIE AUSGEBUFFTEN (Les Valseuses)
von Bertrand Blier aus dem Jahr 1974 mit Gérard Depardieu, Patrick Dewaere und Miou Miou in den Hauptrollen.
Die beiden Freunde Jean-Claude und Pierrot verdienen ihren Lebensunterhalt mit Diebstählen und fahren mit geklauten Autos ziellos durch die Gegend. Ihr Liebesleben kennt dabei auch keine Langeweile. Neben der eigenartigen Beziehung zu Marie-Ange lassen sie kein erotisches Abenteuer aus. Doch ihr Leben ändert sich abrupt, als sich Jeanne, eine weitere Eroberung, nach einem „Flotten Dreier“ erschießt. Als Mörder gesucht befinden sie sich plötzlich auf der Flucht vor der Polizei…

1. Platz 11 UHR NACHTS (Pierrot le fou)
von Jean-Luc Godard aus dem Jahr 1965 mit Jean-Paul Belmondo und Anna Karina in den Hauptrollen.
Eine langweilige Party ist für Ferdinand der Anlass, sein eingefahrenes Leben an der Seite seiner reichen Ehefrau aufzugeben und mit seiner ehemaligen Geliebten Marianne einen Neubeginn zu wagen. In ihrer Wohnung taucht jedoch eine Leiche auf, mit der sich die kriminelle Vergangenheit Mariannes zurückmeldet. Nach der Flucht durch Frankreich scheinen sie auf einer einsamen Insel im Süden Ruhe zu finden, doch die Katastrophe ist nicht mehr abzuwenden.

 

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