Schmetterling und Taucherglocke (Le Scaphandre et le papillon)

DVD-Cover

Inhalt

Der ehemalige französische Elle-Chefredakteur Jean-Dominique Bauby ist 42 Jahre alt, als er urplötzlich aus seinem gewohnten Leben, mit all seinem Glamour und Style, gerissen wird. Mit dem Blinzeln seines Auges diktiert Bauby seine Memoiren und lässt darin nicht nur sein Leben Revue passieren, sondern auch ganze Gedankenwelten entstehen, die ihn erkennen lassen: Glück bedeutet zu realisieren, dass man liebt und geliebt wird… SCHMETTERLING UND TAUCHERGLOCKE basiert auf den Bestseller-Memoiren des am Locked-In-Syndrom erkrankten ehemaligen französischen Elle-Chefredakteurs Jean-Dominique Bauby (allein in Deutschland bislang über 350.000 verkaufte Exemplare). In 14-monatiger Arbeit diktierte Bauby seine 1997 erschienene gleichnamige Autobiographie nur mit Hilfe eines Alphabets, das ihm vorgelesen wurde und auf das er mit dem Blinken seines funktionierenden Auges reagierte. “E-S-A-R-N-T-U-L…”, verbindet sich für Bauby wie ein Rettungsanker mit der Außenwelt und erweist sich nach und nach als Mantra für neu erwachten Lebensmut.

(Text: Prokino Filmverleih)

Kritik

Dieser Tage habe ich einen Film gesehen, für den man Kondition braucht. Nicht wie ein Sportler, sondern wie ein Mensch mit Schwächen. Schmetterling und Taucherglocke spielt weder in der Falter- noch handelt er von der Unterwasserwelt. Er handelt von uns, wenn wir in unserem eigenen Körper lebendig begraben sind.
Zugestoßen ist das dem ehemaligen Chefredakteur des französischen Lifestyle-Magazins Elle, Jean-Dominique Baubys. Nach einem Schlaganfall, den er 1995 während einer Autofahrt am Steuer sitzend erleidet und sein Sohn ihn auf dem Beifahrersitz miterleben muss, bleibt er drei Wochen im Koma, erwacht und realisiert, dass er nur noch wahrnehmen kann, selbst aber nach außen zu keiner Mitteilung mehr fähig ist. Er ist eingeschlossen, Mediziner sprechen vom “Locked-In-Syndrom”. Nur seinen Kopf kann er leicht bewegen und sein linkes Auge.
Das wird zu seinem Kanal nach draußen. Mit einer Logopädin kommuniziert er zwinkernd: einmal zwinken heißt ja, zweimal heißt nein, dauerzwinkern heißt Moment, nochmal, anders – kurz: Er spricht mit dem letzten verbliebenen Werkzeug, dem linken Augenlid. So fängt er an, über Buchstaben, die ihm die Logopädin diktiert, seine Geschichte zu diktieren. Jean Do, wie ihn die Ärzte nennen und grandios reduziert gespielt von Mathieu Amalric , verfasst auf diese Weise ein Buch – sein Buch aus dem Inneren seiner Gefangenschaft. Er zwinkert über 133 Taschenbuchseiten in zwei Monaten mit der Logopädin zusammen.

Dieses Buch wird zur Vorlage des gleichnamigen Films, der durch den Filmemacher und Künstler Julian Schnabel großartige Momente schafft; auch weil sie einen physisch mitreißen, anpacken, quälen. Wer sieht schon gerne zu, wenn einem das rechte Auge einfach zugenäht wird. Schnabel bringt uns diese Erfahrung so sinnlich nahe, dass man beklemmt und zunehmend zugeschnürt zusieht.

Es ist keine Schande, wenn einem in diesem Film der Drang ergreift, den Kinosaal verlassen zu müssen, weil man es nicht mehr aushält. Es ist keine Schande, wenn man weinen muss. Wir sinken hinab zum Meeresgrund des Lebens; eingeschlossen in einer Taucherglocke und können nur noch träumend als Schmetterling fliehen.

Cujau


Auszeichnungen

CANNES FILM FESTIVAL Beste Regie – Julian Schnabel

GOLDEN GLOBE AWARDS Bester fremdsprachiger Film Beste Regie – Julian Schnabel

CÉSAR Bester Hauptdarsteller, Bester Schnitt

INDEPENDENT’S SPIRIT AWARDS BesterRegisseur, Beste Kamera

THE ACADEMY AWARDS / OSCARS Nominiert für Beste Regie – Julian Schnabel Bestes adaptiertes Drehbuch – Ronald Harwood Beste Kamera – Janusz Kaminski

BAFTA AWARDS Nominiert für Bester fremdsprachiger Film Bestes adaptiertes Drehbuch – Ronald Harwood Bester Schnitt – Juliette Welfling


Trailer

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