Portugal mon amour (La cage dorée)

© Pathé Distribution

Inhalt

Maria und José Ribeiro leben schon seit fast 30 Jahren zusammen mit ihrer Tochter in einem kleinen Apartment im Erdgeschoss eines Pariser Wohnhauses aus dem 19. Jahrhundert. Das Emigrantenpaar aus Portugal ist allgemein beliebt – Maria als Concierge und José als Hausmeister sind zu einem unverzichtbaren Bestandteil des täglichen Lebens der Menschen um sie herum geworden. Umso grösser ist die Überraschung, dass Maria und José eine Rückkehr nach Portugal planen. Und schon bald stellt sich das ganze Viertel die Frage: wie kann man die beiden in Frankreich behalten? (Text: Verleih)

Kurz gesagt

„Wenn man in Frankreich jemandem sagt, dass man Portugiese ist, dann halten die Leute einen immer gleich für fleißig und zurückhaltend und fragen, ob man nicht jemanden kenne, der klempnern, streichen oder den Haushalt machen könne“ fasst Regisseur Ruben Alves zusammen. Der Franzose und Sohn portugiesischer Einwanderer hat 30 Jahre gebraucht um diese Klischeekiste mit autobiografischen Zügen zu verfilmen. Herausgekommen ist eine Kultur-Clash-Komödie, die eigentlich gar keine ist, sind doch seine Protagonisten längst in Frankreich angekommen, leben angepasst, werden von allen geschätzt. Doch genau hier setzt Alves an, denn das eigentliche „Problem“ seiner Hauptfiguren ist die geglückte Integration. Der „Clash“ findet nicht in ihrem Umfeld, sondern in ihnen selbst statt: Wie lassen sich einstiger Herkunfts- und jetziger Zufluchtsort miteinander vereinbaren? Kann man seiner Heimat im Herzen treu bleiben ohne wieder dorthin zurückzukehren? Was bedeuten die eigenen „Wurzeln“ eigentlich? Ruben Alves ist ein unterhaltsamer, stellenweise durchaus witziger Film gelungen, dem die persönliche Dringlichkeit anzumerken ist. Und doch wird man manchmal das Gefühl nicht los, dass die Geschichte nicht nur mit seinem Blick wiedergegeben wird, sondern sich hier und da der französische Bildungsbürger mit seinen Stereotypen und Wunschvorstellungen einmischt. Immer dann wird es leider ein wenig pathetisch. Vielleicht ist dies auch nur ein weiteres Beispiel gelungener Integration?

Anne Kunzke

Trailer

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