So ist Paris (Paris)

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So ist Paris

Inhalt

Ein Revue-Tänzer, ein Sozialarbeiter, ein Architekt, ein Professor, Gemüsegärtner, eine Bäckerin und ein Student sind die Protagonisten in diesem Film. Sie alle bilden einen Querschnitt der Pariser Bevölkerung;ihre Geschichten sind im Stil von Robert Altmans Short Cuts miteinander verwoben und zeichnen ein optimistisches, einfühlsames Bild der Pariser Gesellschaft. Paris soll ein filmischer Liebesbrief an die französische Metropole und ihre Menschen sein.

Kritik

Am Anfang steht eine Behauptung: So ist Paris. Sie ist zugleich Versprechen für den folgenden Film. Er, so hofft man, wird restlos jede Frage zu dieser Stadt beantworten. Wird allumfassend zeigen, was es ist, das Paris zu eben jener Stadt macht, die schon so viele Künstler motivierte Liebe und Leid mit ihr zu offenbaren. Wird das Geheimnis lösen, das sie umgibt und dem man sich nicht entziehen kann; sondern in das man sogar mit eingehüllt wird wenn man in der Stadt verweilt, oder lebt.

Und doch bleibt sofort ein Zweifel: Geht das? Kann man Paris in zwei Stunden zeigen, so dass der Zuschauer vermeintlich desillusioniert, oder bestätigt den Kinosaal verlässt und weiß: Ja, so ist Paris. Können Bilder und Worte das leisten?

Gleich zu Beginn eine Motto: „Ce que me meurt”. Paris als Todesengel? Die Grundstimmung ist geschaffen – das wird keine Ode. Hier will jemand die Wahrheit aufdecken und uns an diesem Prozess teilhaben lassen: Schön, so denkt man sich, wird das wohl nicht. Schonungslos schon eher. Aber Paris ist doch die Stadt der Liebe. Warum sollte gerade sie grausam sein? Am Ende, so hofft man, mehr zu wissen und verstanden zu haben.

Der Auftakt des Films erinnert jedoch an eine dieser vielen berühmten Paris Hymnen:

 

I love Paris in the springtime

I love Paris in the fall
I love Paris in the winter when it drizzles
Ooh, I love Paris in the summer when it sizzles

 

Paris wird gezeigt – zeigt sich: Panoramablick über die Stadt, einzelne Bauwerke, Straßenfluchten. Jedes Wetter. Die Menschen tauchen wie Blitzlichter auf und verschwinden eben so schnell wieder; sie scheinen beinahe beliebig zu sein: Aus 1000 Gesichtern wurden ein paar ausgewählt. Sie werden uns nun vorgestellt und auf merkwürdige Art und Weise sind sie miteinander verbunden. Ihre Schicksale treffen sich, obgleich es in dieser große Stadt solche Phänomene eigentlich gar nicht geben dürfte. Und doch: Die Stadt ist wie ein Gewebe, das seinen Bewohnern einen Raum gibt, in dem alles mit allem zusammenhängt. Eine Flucht ist ausgeschlossen. In der Stadt sein, bedeutet somit auch, die Stadt in sich zu tragen.

 

Hinter 1000 Fenstern wohnen 1000 Menschen mit 1000 Geschichten. Eine jede erzählt ein Stück über Paris, eine jede bringt es allererst hervor. In unserer Not, der Stadt habhaft werden zu wollen, zeigt der Film, wie wir beginnen Paris historisch in alt und neu zu unterteilen, es nach Stadtvierteln zu untergliedern, nach Architekturstilen zu bewerten – doch all diese Versuche scheitern. Paris entzieht sich. Es ist mehr als die Summe seiner Denkmäler und Bauwerke, es ist mehr als die sichtbaren Tatsachen uns zeigen. Paris, dass ist in allererster Linie nur ein Wort, aber eben hinter diesem versteckt sich etwas, das man nicht sehen kann, gleich dem unbewusstem Schmerz hinter den Tränen, die einer der Protagonisten vergießt. In diesem Film sind die Menschen glücklich und unglücklich. Sie lieben und sie leiden. Sie sind dankbar und verzweifelt. Sie leben und sie sterben.

Was also soll an Paris so einzigartig sein? Schließlich scheinen sich die Einwohner nicht anders zu verhalten als alle anderen Menschen auch. Warum wollen so viele nach Paris, manche derart unbedingt, dass sie jede Strapaze und Mühe auf sich nehmen um ihr geographisches Ziel zu erreichen? Was versprechen sie sich von dieser Stadt? Was kann diese überhaupt garantieren, leisten? Nichts. Sie ist ein Mythos. Eine Leerstelle. Eine die nur auf Projektionen basiert und nicht nur nicht existiert, sondern dies auch noch nie getan hat. Das Paris, das gibt es nicht.

Da ist es, das Geheimnis. Paris ist natürlich Baguette, Eifelturm, Notre Dame und Moulin Rouge, aber all das genügt nur für Postkartenmotive, für einen schnellen, flüchtigen Blick. Hinter dieser Oberfläche ist es eine Stadt wie jede andere auch – mit den gleichen Hoffnungen und den gleichen Sorgen – doch sind diese so vielzählig, dass man es wohl nicht schaffen wird, sie jemals alle kennen zu lernen, um Paris und seine Bewohner zu begreifen. Genau deshalb ist es unmöglich Paris festzuhalten, anzuhalten. Es ist in ständiger Wandlung – es hat keinen Anfang und keine Ende. Es ist lebendig. Das alles wird dem Zuschauer präsentiert.

Dennoch hat die Demontage, die dieser Film zu vollbringen versucht nicht zur Folge, dass der Reiz, den allein die Nennung des Namens der Stadt auslöst, verloren geht. Im Gegenteil, ganz vorsichtig versucht er auf etwas zu verweisen, das man nicht zu zeigen, oder zu beschreiben in der Lage ist. Man kann es Charisma nennen, oder Aura – aber wie sagte Juliette Binoche schon in „Sabrina”: Paris, ist immer eine Reise wert! Und so mutet der letzte Satz des Filmes fast wie eine Replik an: Bis bald Paris…

Zaza

 

Presse

“Das Überraschende an Klapischs Film ist, dass es meist so ausgeht, wie man erwartet.”  (Frankfurter Rundschau)

“Ein von der Liebe zu Paris und seine diversen Stadtviertel getragener Ensemblefilm im Stile von “Short Cuts”, der durch seine Mischung aus amüsanten und nachdenklich stimmenden Szenen ein vielschichtiges Bild der Stadt und ihrer Bewohner entwirft.”   (Filmdienst)


Trailer

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