Paris, Paris – Monsieur Pigoil auf dem Weg zum Glück (Faubourg 36)

(c) Constantin

Unsere Wertung

[rating: 3/5]

Inhalt

Mitte der 30er Jahre in Paris. Die Belegschaft des Musiktheaters „Chansonia“, kämpft darum, das geschlossene Haus mit einer eigenen Show wieder zu eröffnen – allen voran die drei Freunde Pigoil (Gérard Jugnot), Milou (Clovis Cornillac) und Jacky (Kad Merad). Als Pigoil das Sorgerecht von seinem Sohn Jojo (Maxence Perrin) entzogen wird, bricht für den arbeitslosen Bühnenarbeiter eine Welt zusammen. Die Show muss zum Erfolg werden, denn nur so hat er eine Chance, seinen Sohn zurückzubekommen. Mit der jungen Sängerin Douce (Nora Arnezeder) finden sie einen echten Star – doch auf Douce hat nicht nur Milou, sondern auch Galapiat, der Obergangster des Viertels, ein Auge geworfen. Nach einem anfänglichen Reinfall holen sich Douce und die Männer des „Chansonia“ Hilfe vom legendären Monsieur Radio (Pierre Richard), einem ehemaligen Starkomponisten. Mit seiner Hilfe stellen sie eine Show auf die Beine, wie sie Paris noch nie gesehen hat…!

(Text: Verleih)

Kritik

Es gibt Filme, die sollte man sich in einer kalten, grauen Jahreszeit ansehen. Weil ihre Herzenswärme und ihr Süßholz da am ehesten den melancholischen Gemütszustand erheitern können. Vielleicht aber auch, weil jene Filme mit ihrer einfach gestrickten Schwarz-Weiß-Weltsicht sonst eher schwer erträglich wären.

Kad Merad, Gérard Jugnot und Clovis Cornillac © Pathé Distribution

„Paris, Paris…” erzählt die Geschichte von ein paar Theaterkollegen in der Pariser Vorstadt der 30er Jahre, die über ihren Kampf um die Wiedereröffnung des Theaters „Chansonia” über alle Vorurteile und Konflikte hinweg zu Freunden werden. Der Film handelt von Verrat und Loyalität, von menschlichen Schwächen, von Vergeben und Zusammenhalt. Zum Kommunikationsmittel überhaupt wird dabei die Musik, welche als solches sowohl die Akteure auf der Leinwand als auch das Kinopublikum durch die Geschichte geleitet. Jedoch – Genrefilm hin oder her – setzt Regisseur Christophe Barratier diese so unermüdlich penetrant ein, dass der Film hin und wieder den Anschein einer gut gemeinten Paris-Persiflage erweckt: Beinahe jede Emotionsregung auf der Leinwand wird hier noch einmal mit dem typisch französischen Akkordeon-Thema passend untermalt bis auch wirklich jeder im Publikum verstanden hat, ob das eben Gesehene ihn nun traurig oder fröhlich stimmen sollte. Zudem schöpft Barratier das Potenzial seiner Geschichte nicht vollends aus: Die Entwicklungen seiner Figuren kratzen meist nur an der Oberfläche, so als existiere für jede Figur eine Schablone, die sofort dessen Wesen erkennbar macht, aber Weiterentwicklungen nicht wirklich zulässt. Darunter leidet manchmal auch die Handlung, die sich zum Teil in unausgegorenen und kurz angerissenen Nebenhandlungen verliert. Doch es gibt sie, die starken Momente, in denen sich das Publikum in den Figuren wiederfinden kann, einfach deshalb, weil sie von einer so unglaublich großen Menschlichkeit zeugen. In diesen Momenten wird die Kraft der Protagonisten und die Stärke ihrer Geschichte endlich spürbar, nicht, weil diese durchweg optimistisch und hoffnungsvoll auf ihren Traum hinarbeiten, sondern weil es ihnen gelingt trotz der fühlbaren Verzweiflung und den zahlreichen Enttäuschungen immer weiterzukämpfen. „Paris, Paris…” ist ein bisschen wie ein Disney-Film: Er ist politisch korrekt, die „Guten” und die „Bösen” sind sofort zu erkennen und genauso sicher ist, wer am Ende siegen wird – und dennoch schafft es der Film, hin und wieder gut zu unterhalten, zu rühren und ganz nebenbei auch noch den Uralt-Traum aller herzbewegenden Geschichten wahr werden zu lassen: „Einmal im Leben das Meer sehen…”.

Anne Kunzke

Presse

“Paris, Paris” ist eine gekonnte Schmonzette, die den Zuschauer auch deshalb nicht fordert, weil Barratier so viel Herz auf den rechten Fleck setzt, dass er seine Protagonisten unmöglich um ihren Einsatz bringen kann. (…) Immerhin, und das unterscheidet den französischen vom deutschen Heimatfilm, verschwindet ansonsten die Politik nicht aus der “Heilen Welt”. Sie wird, wenn auch sehr harmonisch, integriert. (epd)

Regisseur Christoph Barratier ( „Die Kinder des Monsieur Mathieu“) ließ die Stadt im Studio parisischer nachbauen als das Original, er lässt wirklich kein Klischee aus und vermag gerade wegen dieser beschwingten Hemmungslosigkeit ganz gut zu unterhalten. (Knut Elstermann radioeins)



Trailer

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