Neben der prägenden Zusammenarbeit mit Claire Denis hat die französische Kamerafrau Agnès Godard auch für eine Reihe anderer Regisseure unvergessliche Bilder geschaffen, darunter solch bekannten Persönlichkeiten des europäischen Kinos wie Agnès Varda, Peter Handke, Érick Zonca, Noémie Lvovsky, André Téchiné, Claude Berri und seit neuestem Ursula Meier. Seit 20 Jahren schafft Godard unvergessliche Bilder und zeichnet sich dabei vor allem durch Wandelbarkeit und Vielfalt aus: “Ich mag es nicht, wenn man einen Kameramann an seinen Bildern erkennt, weil er sozusagen sein ‘Ding’ gefunden hat. Die Bilder, die man finden muss, sind für jeden Film einzigartig”, sagte sie in einem Interview. So ist es denn auch nicht die Unverwechselbarkeit ihrer Bildgestaltung, welche Godards Arbeiten so herausragend machen, sondern vielmehr ihre Freude am Entdecken und Beobachten, die es ihr ermöglicht, die Gedanken der Regie für die Zuschauer_innen zu übersetzen. “So ist es keine vordergründige Kunstfertigkeit oder eifrig demonstrierte Virtuosität, sondern die Erschaffung einer eigenen visuellen Welt im Zusammenspiel mit anderen Beteiligten am Film, die bei der Betrachtung des Gesamtwerkes auffällt”, heißt es auch in der Begründung der Jury des Marburger Kamerapreises.
Agnès Godard, deren aktuelle Arbeit “L’enfant d’en haut” (Ursula Meier) auf der diesjährigen Berlinale zu sehen ist, erhält den Marburger Kamerapreis im Rahmen der 14. Marburger Kameragespräche am 2. und 3. März 2012.
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