In Frankreich bekriegen sich die Knöpfe an den Kinokassen – In Deutschland darf der Gegner gar nicht erst antreten

© Gaumont

So etwas ist wahrscheinlich nur im viel-subventionierten Kinoland Frankreich möglich. Da kommen im September 2011 innerhalb von 7 Tagen zwei Filme heraus, die sich derselben Vorlage bedienen: „Der Krieg der Knöpfe“ (La guerre des boutons) von Yann Samuell und „Der neue Krieg der Knöpfe“ (La nouvelle guerre des boutons) von Christophe Barratier. Seitdem liefern sich beide Produktionen in Frankreich ihre eigene kleine Schlacht. Die Medien feuern stetig mit dem neuesten Stand der Zuschauerzahlen an.

Klar geht es auch um Kunst und Unterhaltung. Irgendwie. Dennoch sprechen in Frankreich alle über den Wettbewerb, über die große Battle zwischen zwei Remakes eines Klassikers und fast möchte man meinen, dass dies doch ein abgekartetes Spiel sein muss, eine kleine Wette, die zwei Produzenten bei einem Glas Wein schulternklopfend abgemacht haben.

Doch so war es nicht. Zwar inspirierte die gleichnamige Buch-Vorlage von Louis Pergaud von 1912 viele Regisseure zuvor (am populärsten wurde jedoch die Adaption von Yves Robert 1962), dass nun ausgerechnet zeitgleich zwei Produktionen Interesse zeigten, liegt schlicht daran, dass die Buchrechte ausliefen. Die damit eingesparten 40 000 Euros (geschätzt) wurden dann gleich ins Cast investiert: Auf der Seite von Regisseur Christophe Barratier („Die Kinder des Matthieu“) spielen Kad Merad, Laetitia Casta, Guillaume Canet; bei Yann Samuell (“Vergiss mein nicht”) sind es Eric Elmosnino, Mathilde Seigner, Alain Chabat. Inhaltlich unterscheiden sich die Versionen schonmal darin, dass Barratier die Handlung im 2. Weltkrieg ansiedelt und eng mit dem historischen Zeitgeschehen verwebt, während Samuel die Geschichte in den 60ern spielen lässt und damit näher am Film-Klassiker von 1962 bleibt.

Aktuell liegt in Frankreich die Version von Christophe Barratier mit sehr guten 1,5 Millionen Zuschauern knapp vor der Version von Yann Samuell, der gute 1,4 Millionen verbuchen kann. In Deutschland wird dieses Duell wohl erst gar nicht stattfinden, denn bisher ist nur die Veröffentlichung von Barratiers Film bekannt (Und es darf vermutet werden, dass dies vor allem den hierzulande bekannteren Schauspielern geschuldet ist). Eventuelle Verwechslungen beim Kartenkauf in den Kinos (Man kann es sich so schön ausmalen, zumal in Frankreich die 62er Version vor kurzem auch noch anlief) sind in Deutschland wohl auszuschließen.

Hinweis: Der deutsche Titel von Christophe Barratiers Film läuft im Gegensatz zum französischen ohne den Zusatz “neu”.  “Der Krieg der Knöpfe” läuft bei uns am 22. Dezember an. Wer den Film schon vorher sehen möchte, der kann dies auf der Französischen Filmwoche in Berlin am 2.12. tun. Das Programm seht ihr hier.

 

 

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  1. MaKu 15. November 2011

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