Die Kinder des Monsieur Mathieu (Les choristes)

Filminfo
Originaltitel: , , , , Regie: Drehbuch: , Darsteller_innen: , , , , , Produktion: , Kamera: Musik: , Spieldauer: min

Eure Wertung:
4,14 von 5 Punkten, basierend auf 64 abgegebenen Stimmen.

© Constantin


Inhalt

Der arbeitslose Musiker Clément Mathieu wird Hilfslehrer in einem Internat für scwererziehbare Kinder. Er versucht frischen Wind in die eingefahrenen, repressiven Methoden der Schule zu bringen und versucht die Jungen für die Musik und das Singen in einem Chor zu begeistern.

Kritik
„Was tust du da Junge?“ – „Ich warte auf Samstag. Mein Vater kommt mich am Samstag abholen.“. Es ist Januar 1949, die Geschichte beginnt. Clément Mathieu, ein begabter Musiker, der in seinem Leben nicht gerade mit Erfolg überhäuft wurde, übernimmt die Stelle als Lehrer, Aufseher und Erzieher im Internat „Fond de l`Etang“. Jenes ist für „missratene“ Kinder. Kinder, die in der Gesellschaft bereits ausgegrenzt sind und somit ist diese Schule ihre letzte Chance, ins Leben zurückzufinden. Mathieu ist entsetzt über die unfaire und oft brutale Methode „Aktion-Reaktion“ des Direktors Rachin und gewinnt langsam das Vertrauen der Kinder dank seiner Sanftheit und seiner Aversion gegenüber Gewalt. Wegen seiner Leidenschaft für Musik entschließt er sich einen Schulchor zu gründen. Mathieu kann sogar den skeptischen Rachin überzeugen und nach einiger Zeit kehrt in dem Internat und im Inneren der Kinder wieder Ruhe ein. Der Erfolg des Chors lässt nicht lange auf sich warten und schon bald möchte jeder diese außergewöhnlichen Kinder singen hören. Die Zuhörer sind begeistert und zu Tränen gerührt, besonders vom Solisten Pierre Morhange. Sein Talent eröffnet ihm sogar die Chance, in einem Musikkonservatorium angenommen zu werden. Leider zerstört ein Feuer große Teile des Internats. Mathieu wird zu Unrecht für schuldig erklärt und muss seine Koffer packen, ohne dass er „seinen Kindern“ noch einmal Auf Wiedersehen sagen darf. Aber am großen Tor wartet eine Überraschung auf ihn … Schließlich ist Samstag.
Der Film „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ von Christophe Barratier ist eines der großen Dramen des populären französischen Kinos. Er basiert auf einer wahren Geschichte, dem Buch „La cage au rossignols“ aus dem Jahr 1945. Die Schauspieler im Film selbst sind alle, bis auf ein paar Ausnahmen, Amateure. Die Karriere vom Darsteller von Morhange beispielsweise hat nach diesem Erfolg erst richtig begonnen. Den Charme, der diesen Film ausmacht, erwächst durch die Kinder: Der kleine Pépinot, Morhange, Boniface. Es sind Kinder von unterschiedlichen Charakteren und mit jedem weiteren Mal ansehen entdeckt man neue Eigenschaften und Züge in ihren Persönlichkeiten. Es macht Spaß, ihnen zu zuschauen. Mathieu selbst erscheint als verständnisvoller Mann, der wie ein Vater für diese Kinder ist. Er ist derjenige, der sie verändert und dank dem sie vielleicht auch eine zweite Chance im Leben bekommen haben.
Deshalb war ich sehr erstaunt über die Reaktion von Morhange, der sich, nun ein erfolgreicher Dirigent im reiferen Alter, nicht mehr an Mathieu erinnern kann. Wie kann das sein? Das wirkt eher aufgesetzt und nicht sehr realistisch, erinnert man sich immer an die Menschen, die einen für das Leben geprägt haben, eben jene wie Mathieu. Er steht schließlich für einen wichtigen Wendepunkt in dem Leben der Kinder. Und dann das Ende dieser Geschichte, alles ist da ein bisschen viel: Zu viel Kitsch. Wahrscheinlich kullern einem die Tränen über die Wangen, weil alles nach einem Happy-End aussieht. Wo aber bleibt die Traurigkeit? Das eigene Versagen von Mathieu, seine Schuldgefühle haben in diesem Film keinen Platz. Barratier lässt die Gefühle und Gedanken seiner Hauptperson zwar durch ein Tagebuch ausdrücken, was aber geschieht nach der Internatszeit? Dies fehlt und somit auch Stück Persönlichkeit des Films. Es reicht nicht, Morhange am Ende sprechen zu lassen, der sich ja auch eigentlich gar nicht mehr an ihn erinnern kann. Das Besondere an diesem Film ist zweifelsohne die Musik. Dafür gewann er den europäischen Filmpreis und konnte außerdem noch weitere internationale Nominierungen für sich verbuchen. Am Ende bleibt trotz allem der Eindruck, einen Film gesehen zu haben, den man vielleicht nicht nur einmal sehen möchte.

Maria Kunzke


Auszeichnungen

Oscar 2005 Nominierung für den Besten Filmsong Vois sur ton chemin Nominierung für den Besten Fremdsprachigen Film BAFTA 2005 3 Nominierungen César 2005 8 Nominierungen Goya 2006 Nominierung als Bester europäischer Film Europäischer Filmpreis 2004 Beste Filmmusik (Bruno Coulais)

Besonderheiten

Der Film war ein großer Publikumserfolg in Frankreich: 8,67 Mio Zuschauer-innen;

Trailer

Französisch:

Deutsch:

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