33. Französische Filmtage Tübingen/Stuttgart

fft_2016
In diesem Jahr reisen die Französischen Filmtage Tübingen | Stuttgart in die Schweiz. Eine ganze Reihe neuer Filme, die Retrospektive, eine Kurzfilmreihe und eine Dokumentation
über Jean Ziegler rücken das Alpenland in den Mittelpunkt des diesjährigen Festivals.
In diesem Jahr zeigen die Filmtage so viele Filme wie nie zuvor: Über hundert sind es geworden, darunter einige Deutschlandpremieren, vielversprechende Debütfilme, Klassiker, Ausflüge in die ganze frankophone Welt und wichtige Beiträge über den Zustand unserer Welt.

Internationaler Wettbewerb

Die neun Produktionen, die in diesem Jahr um den Filmtage-Tübingen-Preis konkurrieren, repräsentieren vor allem das junge frankophone Kino. Eine raffinierte Komödie um eine skurrile Ménage à trois oder ein Roadmovie durch ein weihnachtlich-verschneites Montréal – immer sind es ungewöhnliche Themen, eine aufregende Bildsprache oder eindrucksvolle Protagonisten, die diesen Filmen das gewisse Etwas verleihen.

Montréal La Blanche (c) K -Films Amérique

Montréal La Blanche
(c) K -Films Amérique

Neue Filme: Horizons

Wer sich im letzten Jahr in die bezaubernde Virginie Efira verliebt hat, die im Eröffnungs- und im Abschlussfilm auf der Leinwand zu sehen war, hat Gelegenheit, sie als Rechtsanwältin in
„Victoria“ wieder zu treffen, eine Komödie von Justine Triet.


Absolute Starbesetzung bietet „Juste la fin du monde“, eine Theateradaptation von XavierDolan: Nathalie Baye, Léa Seydoux, Marion Cotillard, Vincent Cassel und Gaspard Ulliel treten hier gleichzeitig auf! Freunde der Französischen Filmtage können sich mit „Nelly“ und „Boris sans Béatrice“ auf neue Filme von Anne Émond und Denis Côté freuen. Der letzte Film  Solveig Anspach „L’effet aquatique“ führt die Zuschauer_innen in das Heimatland der im vergangenen Jahr verstorbenen Filmemacherin , nach Island.

Rétrospective

Der Schweizer Lionel Baier hat schon mit 12 Jahren begonnen, Filme zu drehen. Das war 1988 in Lausanne. Er leitete ein Kino, er war Regieassistent der berühmten Schweizer Dokumentarfilmerin Jacqueline Veuve. 2000 kam „Celui au pasteur (ma vision personnelle des choses)“ ins Kino, ein Dokumentarfilm über einen Pastor im Kanton Wallis – und eine
Auseinandersetzung mit Baiers eigenem Vater. Ein Jahr später dokumentierte er mit „La Parade (notre histoire)“ die erste Gay-Pride-Parade im Wallis. Es folgen Spielfilme: „Garçon
stupide“, „Comme des voleurs (à l’est)“, „Un autre homme“, „Les grandes ondes“ – insgesamt dreizehn in dreizehn Jahren. Es geht um Familie, Heimat, Homosexualität, Religion, Liebe. Immer wieder anders, immer wieder mit einer neuen Sicht auf die Dinge. Den Film „Low Cost“ drehte er komplett mit einem Handy. Seit 2002 leitet er das Fach Film an der Ecole Cantonale d’art de Lausanne (ECAL) und 2009 gründete er zusammen mit Ursula Meier, Frédéric Mermoud und Jean-Stéphan Bron das Produktionshaus Band à part Films.

Comme des Voleurs von Lionel Baier (c) Band à Part Films

Comme des Voleurs von Lionel Baier
(c) Band à Part Films

Fokus Afrika

Der Querschnitt durch die aktuelle Filmproduktion des frankophonen Afrika, verbunden mit einer Diskussion über das zeitgenössische afrikanische Kino und dessen Rolle in der
Gesellschaft, hat eine lange Filmtagetradition. Wie immer setzen sich die Filme mit den neuesten politischen und kulturellen Entwicklungen auseinander: Hiphop in Mali, demokratische Tendenzen im Tschad: Afrika ist in Bewegung, auch bei den Französischen Filmtagen.

Kurzfilme

Kurzfilmabende sind wie Weltreisen durch das komplette Kinouniversum. Luxusurlaub oder Rucksacktrip, aber immer voller neuer Eindrücke, Stimmungen und Erfahrungen. Auch hier
reisen wir in die Schweiz und zeigen Programme der ECAL (Ecole Cantonale d’art de Lausanne) und der HEAD (Haute Ecole d’art et de design Genève). Ein besonderer
Leckerbissen sind das traditionelle Unifrance-Kurzfilmprogramm mit Kurzfilmen von Regisseuren, deren Spielfilme wir in diesem Jahr zeigen und die dieses Jahr bei uns
Langfilme haben, sowie das Kurzfilmprogramm vom Atelier Ludwigsburg-Paris der Ludwigsburger Filmhochschule Der Kurzfilmwettbewerb ist eine wichtige Destination für Filmemacher dieses besonderen Genres der Filmkunst.
Und weil es einfach zu lustig

war, um es aufzugeben, veranstalten wir auch wieder einen Cinéslam, zeigen eine halbe Nacht lang mehr oder weniger spontan eingereichte Werke und
lassen das Kinopublikum per Akklamation den witzigsten, schrillsten, schönsten Kurzfilm wählen.

Filmpreise
Internationaler Wettbewerb:

Filmtage-Tübingen-Preis: 5.000 €, gestiftet von den Vereinigten Lichtspielen Tübingen.
Stuttgarter Drehbuchpreis: 1.000 €, gestiftet von der Landeshauptstadt Stuttgart
Kurzfilmwettbewerb: 1.000 €, gestiftet von der Kreissparkasse Tübingen. Die Internationale Jury prämiert den innovativsten Kurzfilm.
Stuttgarter Publikumspreis: 1.500 €, gestiftet von Arthaus Filmtheater Stuttgart
Tübinger Publikumspreis: 2.500 €, ebenfalls gestiftet von den Vereinigten Lichtspielen.

Französischer Wettbewerb

Verleihförderpreis: 20.000 €, gestiftet von der MFG Filmförderung Baden-Württemberg, Unifrance und OFAJ – Deutsch-Französisches Jugendwerk. Das Preisgeld erhält derjenige
deutsche Verleih, der den Gewinnerfilm des Tübinger Publikumspreises in die deutschen Kinos bringt.

Preis der Jugendjury Tübingen: 1.000 €, gestiftet von den Vereinigten Lichtspielen
Preis der Jugendjury Stuttgart: 1.000 €, gestiftet von der Landeshauptstadt Stuttgart – Filminteressierte Schülerinnen und Schüler empfehlen den besten Film für jugendliche Zuschauer unter fünf nominierten Filmen aus dem gesamten Programm.
Tübinger Schülerkurzfilm Wettbewerb: 500 € gestiftet von der Kreissparkasse Tübingen
Stuttgarter Schülerkurzfilm Wettbewerb: 500 € gestiftet von der Finanzgruppe BW

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