Madame -ab 30.11. im Kino!

Der französische Film gefällt sich ja häufig und gern im Bohème-Look. Wieviele Dinnerabende in kunstbehangenen Altbauwohnungen mit Bibliothek bis zur Decke haben wir schon gesehen; Wieviele provenzalische Villen mit Pool und Pferdeknecht! Darin wird dann trotzdem immer gejammert: über das müßige Leben und die komplizierte Liebe.

Die Komödie „Madame“ unterscheidet sich hiervon nicht, könnte man vermuten. Doch Regisseurin und Drehbuchautorin Amanda Sthers nutzt die Villa von Anne (Toni Colette) und Bob (Harvey Keitel) nicht (nur) als unterhaltsame Plattform snobistischer Eitelkeiten – vielmehr gebraucht sie sie als Folie einer Gesellschaft, die noch immer in Klassen denkt. Dabei wird hier durchaus mit Märchenmotiven à la Aschenputtel kokettiert: Weil Anne keine 13 Gedecke für die anstehende Dinnerparty akzeptiert, zwingt sie kurzerhand ihre Haushälterin Maria (Rossy de Palma) in die Rolle der geheimnisvollen Gräfin zu schlüpfen. Blöd nur für Anne, dass sich der anwesende Kunstexperte in die Dame verliebt…

Die bewährten Zutaten für eine romantische Liebeskomödie sind gegeben, die Rollen von Gut und Böse klar verteilt. Doch darum geht es Amanda Sthers gar nicht. Zwar hat sie das Grenzenüberschreitende, Märchenhafte stets im Blick, doch eben auch die grausame Realität, in der sich alle Protagonisten mit ihrer Rolle abgefunden haben. Schön, wenn es eine Komödie auf diese Weise schafft, diese Rollen – zumindest hypothetisch – aufzubrechen und uns ein „Was wäre wenn?“ mit auf den Weg gibt.

Zum Kinostart verlosen wir 2×2 Freikarten! Bitte die folgende Frage beantworten: Woher sollte man Rossy de Palma kennen?

141 Aufrufe

Kommentar verfassen